So ganz genau weiß keiner, wann Heiligenhafen eigentlich gegründet wurde. Auch die Bedeutung des Namens ist bis heute nicht einwandfrei geklärt. Einigermaßen wahrscheinlich erscheint, dass die Schauenburger Grafen im 13. Jahrhundert die Errichtung Heiligenhafens als Seehandelszentrum betrieben und dem Ort im Jahr 1305 das Stadtrecht verliehen. Tatsächlich ist die Geschichte Heiligenhafens bis heute eng mit dem Meer verbunden. Doch bis zum aufblühenden Tourismuszentrum Ostholsteins, als welches sich die Stadt heute präsentiert, war es ein langer Weg.

 

Heiligenhafen hatte im Laufe seiner wechselhaften Entstehungsgeschichte zahlreiche Katastrophen durchzustehen: Urkundlich belegt sind eine Überschwemmung im Jahr 1320, ein verheerender Brand im Jahr 1391 (der die Stadt bis auf 8 Häuser zerstörte), Verheerungen im Zuge des Dreißigjährigen Krieges und eine Pestepidemie in den Jahren 1627-1630. Am Schlimmsten traf es die Stadt jedoch im Jahr 1428, als Dänenkönig Erik VII. in Ostholstein einfiel und Heiligenhafen restlos dem Erdboden gleichmachen ließ. Verursacht wurde diese rabiate Maßnahme durch die Unterstützung der Heiligenhafener für die Holsteiner Grafen, die in ihrer Fehde gegen Dänemark Freibeuter von ihren Seehäfen auslaufen ließen, um den skandinavischen Handel zu stören. Während der 1420er Jahre war Heiligenhafen eine Hochburg dieser so genannten "Vitalienbrüder", die - ausgestattet mit Kaperbriefen der Holsteiner Grafen - auf eigenes Risiko in See stachen und Handelsschiffe aufbrachten. Aus dem Erlös der so erbeuteten Waren, die wiederum in Heiligenhafen und anderen Häfen in Ostholstein weiterverkauft wurden, finanzierten die "Vitalienbrüder" ihre Unternehmungen.

Erst ab dem frühen 18. Jahrhundert erlebte die Stadt so etwas wie eine "ruhige Phase" und einen damit einhergehenden Aufschwung. Weiterhin blieben jedoch die Fischerei und der Seehandel die wichtigsten Wirtschaftszweige Heiligenhafens. Als letzterer im Zuge der Industrialisierung gegen Ende des 19. Jahrhunderts immer mehr an Bedeutung verlor (für die großen, modernen Dampfschiffe war der Hafen nicht ausgelegt), verlegte sich die Stadt auf den Ausbau des Fremdenverkehrs. Der Graswarder, die Halbinsel vor der heutigen Einfahrt zum Heiligenhafener Yachthafen, wurde für den Badebetrieb freigegeben. Nach dem zweiten Weltkrieg stieg die Bevölkerung Heiligenhafens sprunghaft von 3500 auf 10700 Einwohner an - Grund hierfür war die Eingliederung zahlreicher Vertriebener und Flüchtlinge aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten. Mit dem Anstieg der Bevölkerung ging auch ein dynamischer Ausbau des Stadtgebiets einher: Neue Wohn- und Gewerbeflächen wurden in den Randlagen der Stadt geschaffen und ab den 1960er Jahren wurde auch der touristische Ausbau in großem Stil betrieben. Im Westen der Stadt, direkt am Strand gelegen, entstand das noch heute stark frequentierte Ferienzentrum mit 1700 Appartements und zahlreichen Freizeiteinrichtungen.

Heute präsentiert sich die Stadt Heiligenhafen als echtes Tourismuszentrum Ostholsteins: Die malerische Altstadt mit ihrem Marktplatz und den kleinen, von zahlreichen Geschäften und Restaurants gesäumten Gassen und Straßen lädt zum Bummeln ein, der lange Sandstrand entlang des Graswarder bietet Badegästen und Wassersportlern alle Möglichkeiten der Betätigung und die vom Fischereihafen ausgehende Promenade entlang des modernisierten Yachthafens bis hin zur neu errichteten Seebrücke mit ihrem beliebten Wasserspielplatz erfreut sich sowohl bei Einheimischen als auch Feriengästen ständig steigender Beliebtheit.

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